20.30 Uhr: Mein Herz sieht die Welt schwarz – eine Liebe in Kabul
22.30 Uhr: Ich, die Nonne und die Schweinehunde
MEIN HERZ SIEHT DIE WELT SCHWARZ – EINE LIEBE IN KABUL
Deutschland 2009
Buch und Regie: Helge Reidemeister
Digital (BetaSP)
87 Min.
Dari und Pashtu mit deutschen Untertiteln. Erstaufführung.
Hossein und Shaima lieben sich seit ihrer Kindheit. Der Krieg reißt sie
als Halbwüchsige auseinander. Im Kabul der 90er Jahre finden sie sich
wieder. Die Armut zwingt Hossein, im Krieg zu kämpfen.
Hossein wird querschnittsgelähmt durch Granatsplitter. Wenig später wird Shaima als vierte Ehefrau an einen 40 Jahre älteren Mann verkauft und schwanger. Shaimas Ehemann bleibt die Hälfte des Brautgelds schuldig. Deshalb holt ihr Vater sie zurück in die patriarchalische Enge seiner Familie, wo sie mit ihrer inzwischen 5jährigen Tochter noch heute lebt.
Das hindert die beiden Liebenden nicht, sich gegen den strikten Willen
ihrer Familien, so oft wie möglich zu sehen. Sie träumen von einem
gemeinsamen Leben in Frieden. In Bedrängnis und Angst vor drohender Rache der streng mittelalterlichen Stammesgesetzen folgenden männlichen Mitglieder beider Familien versuchen Hossein und Shaima unter schwierigsten Umständen, ihre Liebe zu leben.
Der Film beschreibt einen Tabubruch, dessen Ausgang ungewiss ist.
Wenn Armut und Krieg alle Mitmenschlichkeit beschädigt haben und die
Familie das einzige soziale Band bedeutet, kann es kein persönliches Glück geben.
(Basis-Film, Berlin)
Mit großer Nähe zu seinen Protagonisten beleuchtet der Film familiäre
und gesellschaftliche Strukturen in Afghanistan, die der angestrebten
Demokratisierung diametral entgegenstehen, angesichts der desolaten wirtschaftlichen und politischen Zustände jedoch den einzigen Halt der Menschen darstellen.
(Margarete Wach, film-dienst 2/2010)
Warum soll man sich ausgerechnet für eine Liebesgeschichte aus Kabul
interessieren, mag man sich am Anfang gefragt haben, am Ende aber wird klar: Es gibt kein geeigneteres Thema, um darzustellen, welche Werte und Zwänge in einer Gesellschaft herrschen.
(Barbara Schweizerhof, epd-film 1/2010)
ICH, DIE NONNE UND DIE SCHWEINEHUNDE
(Io monaca… per tre carogne e sette peccatrici)
Italien/BRD 1972
Regie: Richard Jackson (= Ernst R. von Theumer)
Mit Vonetta McGee, Monika Teuber, Linda Fox, Karen Carter, Gordon
Mitchell
35mm. Deutsche Fassung. 82 Min.
Eine Nonne begleitet aus religiöser Sorge acht schwerkriminelle
Jugendliche, die sich gewaltsam aus ihrem Strafgewahrsam befreien
konnten, in den Norden Afrikas und findet dabei einen qualvollen Tod. Eine Mischung aus Sadismen und primitiver, mit Kitsch angereicherter Frömmelei.
(Kath. Filmdienst, 1972)
